Between The Nails
“Between The Nails” ist eher ein Abfallprodukt eines Experimentes mit Künstlicher Intelligenz. Im Kontext der SUNO-GEMA-Debatte wollte ich plagiieren. Ich wollte es wissen, wie nahe ich ein neu erzeugtes Lied an ein bestehendes anlehnen kann.
Also war der Feldversuch wie folgt: ich ließ also eine KI los, besagtes Lied sowohl musikalisch als auch vom Text zu beschreiben. Und dann nahm ich diese Eingabe für ein neues Lied. b
Und auf diesem Weg ist dieser Titel entstanden:
Beyond Emotion - Between The Nails
Datei herunterladen (Musikdatei (MP3), 4.73 MiB)
Wer gerne raten möchte: welches Lied hier die Quelle war, kann das gerne in den Kommentaren tun.
Ich habe jedenfalls Original und diese Version genommen – und habe nun die KI damit behelligt, beide Titel miteinander zu vergleichen. Ich könnte nun den Chatlog veröffentlichen, aber damit würde ich auch das Lied preisgeben. Eine Schwäche von KI ist allerdings derzeit: eine Analyse gezielt auf den Punkt bringen, wenn man im Kopf eine bestimmte Idee dabei verfolgt.
- Es wird eine inhaltliche Nähe attestiert, bei der bestimmte Metaphern und Bilder erkannt werden.
- Allerdings ist die Kombinatorik eine andere. Zudem sind die eben nicht deckungsgleich. Und es wird verschiedenes Vokabular auch verwendet.
- Musikalisch wird auch eine ähnliche, düstere Grundstimmung erkannt. Aber Rhythmus, Geschwindigkeit, Akkorde, Akkordfolge und Melodien sind völlig verschieden. Gewisse Instrumentierungen sind ähnlich, aber die Ausschmückung ist völlig unterschiedlich.
- Im Liedaufbau werden Ähnlichkeiten erkannt.
Diese grobe Analyse kann man nun Abschnitt für Abschnitt verfeinern. Aber auch auf der Detailebene werden keine Übereinstimmungen festgestellt. Gerade im Refrain sind die Unterschiede am deutlichsten. Der neue Titel sei “flacher, atmosphärischer und weniger hymnisch”.
Ich habe anschließend der KI die Tatsache der Erzeugung und die Prompts zur Verfügung gestellt. Und wenig überraschend erkennt die KI den Grund für die inhaltliche Nähe sowohl textlich als auch musikalisch, ohne dass es eben zu identischen Passagen bei Text und Melodie kam.
Nicht besonders überraschend ist, dass die KI, mit der ich einst die Prompts zeigte und nun die Prompts zur Prüfung vorlegte, die Ähnlichkeit zum Ausgangstitel näher einschätzte als zum erzeugten Titel. Diese Analyse könnte ich mit einem anderen KI-System noch einmal validieren. Vermutlich ist das aber auch egal.
Ich picke mal einen Aspekt der Instrumentierung heraus: einige der Instrumente des Originals sind im Stil-Prompt gar nicht enthalten. Dafür werden “atmosphärische Flächen” genannt, die ich nicht heraushören kann. Und in der neuen Version ist eine Gitarre dezent zu hören, von der zuvor nie die Rede war und die es auch im Original nicht gibt.
Nun habe ich mit dem Stil-Prompt auch nicht nur einen neuen Titel erzeugt, sondern mehrere. Allerdings habe ich die meisten Versionen nicht bis zum Ende anhören können. Insoweit stach diese Version heraus – und blieb auch in meinen Ohren hängen. In gewisser Hinsicht betrieb ich Selektion. Und die Streuung der Ergebnisse war sehr groß. Und das erklärt auch die Distanz zwischen dem herangezogenen Original und dieser Version.
Nun stellt sich die Frage, ob diese Version nun als ein Plagiat angesehen werden könnte? Rechtlich einschlägig wäre hier §23 UrhG. Technisch ist der neue Titel keine “Umgestaltung”, da die KI ja etwas neues generiert hat – und dabei keinen Bestandteil des ursprünglichen Werks verwendet hat. Weder Text, noch Melodie, Akkordfolge und Rhythmus sind erkennbar. Sicherlich ist der Stil in gewisser Hinsicht ähnlich – und auch der Text weist eine inhaltliche Nähe auf. Aber das selbst ist ja kein Werk. Mittels KI habe ich noch mal einzelne Teile analysieren lassen und auch in diesen fand er keine Stelle. Beim Liedtext gibt es keine einzige Stelle, bei der mehr als 2 Worte in Folge identisch sind. Und das ist auch logisch: Bei Suno sind die Befehle auf 1000 Zeichen begrenzt, da schafft man auch gar nicht, ein Lied so zu beschreiben, dass jemand anderes was einigermaßen gleich klingendes erzeugen könnte.
Die KI fasst diese Ergebnisse zusammen:
Die KI kann relativ viele abstrakte Eigenschaften eines Werkes übernehmen, ohne dadurch zwangsläufig dessen konkrete musikalische Gestaltung zu reproduzieren.
Los gelöst davon ist hier die Frage, ob das Lied selbst damit Werkscharakter hat. Aber darum ging es mir nicht.
Aber nun genug geschrieben. Hier ist noch der Text:
I fold my hands
like a bad alibi
under spotless white sheets
something trembles against meEvery sentence a small judge
every night a trial
and I learn how to smile softly
for the next attack in lineI carry my heart
like guilt down the hallway
straight-backed posture
carefully composed graceBut under my skin
a quiet war burns on
and every “I’m alright”
is camouflage against myselfBetween the nails
my own name hangs
I sacrifice thoughts
for a little control
and when the silence comes
I hear myself praying again
not for redemption
just to survive myselfThe mirrors know everything
I never say aloud
every gesture a promise
I secretly break somehowI count my failures
like rosary beads at night
and somewhere in the dark
something tightens in my chestMaybe I’m only tired
of this endless interrogation
still I leave the doors unlocked
for the next accusing choirOutside everything looks calm
measured, cold and clear
while inside every answer
breaks before the question appearsBetween the nails
my own name hangs
I sacrifice thoughts
for a little control
and when the silence comes
I hear myself praying again
not for redemption
just to survive myselfNo sudden revelation
no beautiful collapse
only the quiet spinning
of these voices in my chestAnd somewhere between guilt
and the wish to disappear
I keep learning silently
how to pull against myself.
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