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Engagement im Stadtteil

Am 04. Februar war ich zur 200. Sitzung des Stadtteilrates Barmbek-Süd als Mitglied des Regionalausschusses eingeladen und nahm auch gerne teil. Das Gremium bzw. der zugehörige Verein stellte seine vielfältige Arbeit vor. Auf Stellwänden wurden Aktivitäten präsentiert, etwa der Einsatz gegen die Schließung der Post, die Verbesserung der Verkehrssicherheit in der Friedrichsberger Straße oder das Engagement für eine Ampel auf der Hamburger Straße beim Überweg zur Vogelweide.

Würdigung des Engagements und kritische Reflexion

Zu Beginn gab es einige kurze Redebeiträge. Auch Bezirksamtsleiterin Dr. Schomburg fand lobende Worte für das lokale Engagement. Es ist zu begrüßen, wenn politisch exponierte Personen Präsenz zeigen. Dennoch hinterließ ihre Rede bei mir ein „Geschmäckle“. Denn das gewürdigte Engagement braucht oft einen langen Atem, da jedem Vorschlag zunächst ein Verband aus Berufsbedenkenträgern gegenübersteht – allen voran Polizei, Denkmalamt und Bezirksamt.

Hürden und Resignation im Engagement

Erfolge entstehen nicht dadurch, dass jemand eine gute Idee äußert, sondern weil sich Engagierte über lange Zeit durch Widerstände arbeiten. Wir sehen selten die Resignation: Wie viele geben auf, weil sie ihre Zeit sinnvoller investieren könnten? Wie viele können sich diesen langen Atem auch gar nicht leisten? Und gerade ältere Engagierte erleben oft nicht mehr die Früchte ihrer Arbeit.

Beteiligungsplattformen

Hamburg schafft gerne neue Beteiligungsplattformen, sei es durch Dialogveranstaltungen oder im Internet. Doch vieles, was verbessert werden könnte, wurde längst thematisiert. Papier und digitale Speicher sind geduldig, Veränderungen bleiben jedoch aus. Es braucht einen Ausbruch aus dieser dysfunktionalen Struktur – möglicherweise eine Verwaltungsreform und den politischen Willen für bessere finanzielle Ausstattung der Bezirke.

Beispielhafte Herausforderungen: Klinikweg und Ampel

Beispiel Klinikweg: Zwischen den Haltestellen Mundsburg und Hamburger Straße sollte ein durchgehender Weg geschaffen werden. Gründe sprachen zunächst dagegen, Lösungen oder Kompromisse gab es nicht. Selbst nachdem diese Gründe wegfielen, wurde das Defizit nicht angegangen – die Bürger mussten erneut nachfragen. Und dann standen plötzlich Kosten im Raum, die fast einem Eigenheim entsprechen, weil eine „Goldrandlösung“ angestrebt wird. Auf dem leider nötigen Umweg brechen sich die Leute die Haxen durch fehlende und lockere Gehwegplatten, aber wenn man einen neuen Weg schafft, dann muss das 120%ig ausgeschlossen sein.

Ähnlich schwierig gestaltet sich die Debatte um die Ampel an der Adolph-Schönfelder-Straße in Höhe Berthastraße. Die Polizei zählte im November – einer Zeit mit wenig Park- und Spielplatzbesuchen – und stellte kaum Querungswillige fest. Die Hürde Polizei ist nun genommen, das Anliegen befindet sich bei der Landesbehörde für Verkehr und Mobilitätswende. Nun bleibt abzuwarten, ob die Realisierung wegen der Umleitungsverkehre des U5-Baus auf das Jahr 2036 verschoben wird, sofern dann nicht Olympia der nächste Grund werden könnte.Immerhin gibt es hier Fortschritte – und die Ausschreibung für die Ausführung läuft bereits – und neben der Ampel soll sogar eine neue Bushaltestelle entstehen.

Persönliche Erfahrungen und Fazit

Auch ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, als ich auf blockierten Linienbusse im Komponistenviertel aufmerksam machte. In Berlin teilte die BVG einfach eine Linie, zog den Zorn der Bezirkspolitik bewusst auf sich und schaffte so Lösungen. In Hamburg hingegen leugnen Hochbahn und Polizei das Problem, und es wundert nicht, dass die Busse als unzuverlässig gelten. Und so frage ich mich, wie viel Energie ich investieren möchte, um Selbstverständlichkeiten durchzusetzen – beispielsweise einen Linienbus, der tatsächlich sein Fahrtziel auch erreicht.

All das steht im Gegensatz zu den hohen politischen Zielen des Senats. So sollen in 4 Jahren nur noch 20% der Wege mit dem Auto zurück gelegt werden. Solche Ziele erfüllt man jedoch nicht Fingerschnipssen. Leider.

Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, wenn das Bezirksamt sich nicht nur bei den Ehrenamtlichen bedankt, sondern vielmehr um Entschuldigung bittet für die zahlreichen Hürden, denen lokales Engagement ausgesetzt ist.

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